QiRoll Test

Artikel in Bearbeitung!

 

QiRoll Erfahrungsbericht

Ich möchte Euch in diesem Artikel den QiRoll vorstellen.

Was ist der QiRoll überhaupt?

Hierbei handelt es sich um um einen Reibrollenantrieb für das Fahrrad – also um einen Zusatzantrieb, um sein Fahrrad elektrisch anzutreiben. Quasi ein Antriebsmotor, um aus seinem vorhandenen Bike ein E-Bike (light) zu machen.

Warum ich mich für diese Art von (Zusatz-)Antrieb entschieden habe und ob er etwas taugt, könnt ihr hier lesen.

Eigentlich will ich kein E-Bike und ich bin fast schon entschiedener Gegner von E-Bikes! Warum? Ich habe zwei sehr gute Mountainbikes (Fully und Hardtail), die nach dem Kauf eines echten E-Bikes wahrscheinlich im Keller verrotten würden. Zudem sehe ich Radfahren als guten Ausdauersport und es ist die beste Möglichkeit, seine Kondition zu bewahren, oder zu verbessern. Außerdem habe ich großen Spaß an Biketouren. Warum ich E-Bikes so negativ gegenüber eingestellt bin, sind die Auswirkungen der letzten Jahre, als im Münchner Voralpenland der E-Bike-Tourismus so unglaublich angestiegen ist. Wenn vor 10 Jahren an einem schönen Wochenende vieleicht 5-10 Mountainbiker an einem der beliebten Mountainbikestrecken zu treffen waren, so sind es heute wahre E-Bike-Kolonnen. Es sind Massen unterwegs, und viele von ihnen, ohne Kondition, lassen sich mit dem E-Bike den Berg fast hochziehen und brettern hinterher ohne Rücksicht auf Wanderer, Pflanzen, Tiere den Berg wieder runter. Rücksichtnahme? – Fehlanzeige! Das hat natürlich massive Folgen für die Gegend und die Natur. Bei einigen beliebten Bergen sind bereits Überlegungen in Gange, diese für Biker komplett zu sperren.

Warum doch einen Antrieb?

Ich habe E-Bikes bei Freunden mehrmals testen können und ich muss zugeben, es macht einfach Spaß. Meine Frau, die eine nicht so große Kondition hat, kann inzwischen auch mit ihrem E-Bike bei schwierigeren Touren ohne Probleme mithalten. Und ein großer Vorteil ist natürlich, dass wir jetzt zusammen viel längere Touren unternehmen können.

Was ich mir für meinen Einsatzbereich gewünscht habe, war ein Antrieb, der mich nur etwas unterstützt, z.B. bei langen Strecken mit leichtem Anstieg oder bei Gegenwind. Mich stört es nicht, wenn ich bei einer Mountainbiketour einen 5 km steilen Anstieg habe. Wenn ich aber hinterher noch eine lange Strecke habe, die immer leicht bergauf geht, finde ich das manchmal etwas nervig. Ein Beispiel: wenn ich die Strecke von 35 km von Holzkirchen nach München fahre, habe ich ca. 200 m Höhenunterschied. Es geht Richtung München immer leicht bergab und so fahre mit meinem Rad ohne Antrieb mit ca. 30 km Durchschnittsgeschwindigkeit. Zurück schaffe ich mit Mühe 20 km/h und genau für solche Strecken habe ich mir oft einen Zusatzantrieb gewünscht, vor allem, wenn ich nach einem ausgiebigen Biergartenbesuch nicht mehr so topfit war. Außerdem bin ich eigentlich ein Genussradlfahrer mit mittlerer Kondition und sehe für mich Biken nicht als Hochleistungssport. Das Fahrrad ist für mich ein Fortbewegungsmittel für den Alltag, wo manchmal etwas Stromunterstützung sehr willkommen ist.

Deshalb habe ich mich für eine Nachrüstung entschieden. Die Frage war nur – welche Art von Zusatzantrieb kommt in Frage?

Über einen Artikel in der Netzwelt habe ich mich über die verschiedenen Nachrüstkits erstmal grob informiert.

E-Bike zum Nachrüsten

Kurz habe ich mit einem Hinterradantrieb mit eingebautem Motor geliebäugelt.

Hinterrad-Umbausatz

Ich habe mich ausführlich über den Bafang E-Bike Umbausatz für das Hinterrad (bzw. Vorderrad) informiert. Er ist einigermaßen weit verbreitet und man bekommt viel Informationen. Er hat überwiegend gute Bewertungen erhalten. Auf YouTube sind einige gute Installationsvideos zu sehen und zudem ist er einigermaßen günstig zu haben. Bei Nichtgefallen kann ich das Fahrrad ohne Probleme wieder zurückbauen.

Nachteile:

Gewicht: zusätzlich fast 10 Kilo (3-4 kg für das Antriebsrad / 5-7 kg für den Akku).

Preis: der Bafang-Umbausatz kostet ca. 450.- €, dazu kommt noch der Akku mit ca. 300.- €. Mit gesamt rund 750.- € komme ich zwar preislich deutlich günstiger weg, als mit einem neuen E-Bike. Aber für einen Kompromiss, das es ja schließlich ist, finde ich es einfach zu teuer.

Geschwindigkeitsbegrenzung: Ein wesentlicher Punkt ist auch die Geschwindigkeitsbegrenzung. Die meisten E-Bike-Fahrer sagen zwar, dass 25 km/h vollkommen reicht und man kann ja schneller fahren, dann aber ohne Motor. Das finde ich aber höchst unbefriedigend. Es stört mich sehr, wenn der Motor bei 25 km/h abschaltet und ich dann aber fast 25 Kilo Gewicht vom Rad mitschleppen muss. Bei dem Bafang Umbausatz lässt sich zwar die Geschwindigkeitsbegrenzung ausschalten (bzw. gar nicht erst einbauen), das ist aber eine knifflige Entscheidung. Denn sollte man bei einer Kontrolle erwischt werden, oder gar einen Unfall haben, wird das richtig teuer und man bekommt ziemliche Probleme.

Außerdem hätte ich dann ein fast vollwertiges E-Bike, das ich eigentlich nicht wollte.

Reibrollenantrieb

Dann habe ich von dem sogenannten Reibrollenantrieb gelesen. Der Reibrollenantrieb ist eigentlich nichts Neues. Bereits in den Jahres 1946 bis 1988 war die Solex sehr popoulär und wurde millionenfach produziert. Bei der Solex wurde das Vorderrad mit einem klappbaren Zwei-Takt-Motor über eine Reibrolle angetrieben. Bis heute gibt es eine große Fangemeinde und es werden auch noch regelmäßig Solexrennen ausgetragen.

Vor einigen Jahren wurde der Reibrollenantrieb wiederentdeckt und es gibt bereits einige Hersteller, die auf dieser Technik aufbauen. So richtig populär ist eigentlich  nur der Add-E. Da es da richtig viel Informationen gibt und die meisten Nutzer auch ziemlich zufrieden sind, habe ich mich damit näher befasst.

Nachteile: Preis. Viel zu teuer. Montage ausschließlich unten beim Tretlager möglich. Das kann Probleme im Gelände geben. Außerdem ist der Antrieb unten dem Dreck und Matsch direkt ausgeliefert.

Alternative zu Add-E:

QiRoll. Prinzip ähnlich Add-e. Wenig Informationen gefunden (nur ein paar wenige Videos)

Warum der QiRoll?

Obwohl ich so wenig Informationen zum QiRoll Antrieb gefunden habe, kam er mir mit allen Angaben, die hatte meinen Anforderungen am nächsten.

kostengünstig. Sehr geringes Gewicht. schnell und einfach zu montieren. keine Geschwindigkeitsbegrenzung. günstiger und leichter Trinkflaschenakku. kleiner und unscheinbarer Antrieb – kaum als E-Bike-Umrüstung zu erkennen.

QiRoll Rollenantrieb

Kauf und Lieferung

Bestellung bei Ali Express:

Preis: 290.- + Lieferung mit DHL Express 45.-. Lieferung 1 Woche. Zoll bzw. Kapitalbereitstellungsprovision (?) 43.-

Ausgepackt:

Motor, Montagematerial, Handschalter, Kabel, der größere B70 Akku, Ladegerät, fotokopierte Anleitung auf Englisch.

Hersteller um PDF gebeten. Da mein Englisch nicht so überragend ist, habe ich mir so die wichtigen Passagen bei Deepl (Verlinkung) übersetzen lassen. Auf Wunsch kann ich das PDF mailen.

Es gibt 2 Akkus (auch zum Nachbestellen): den größeren B70 mit 9,6 ah, Größe: 73mm * 210mm

Und den kleineren B60 mit 6 ah, Größe: 60mm * 190mm.

Gewicht Motor mit Zubehör wie Montageplatten, Handschalter und Kabel ca. 800 g, der schwerere B70 Akku 1000 g (der kleinere Akku wiegt ca. 700g). So ist mein Bike ist jetzt um ca.1,8 kg schwerer geworden. Was ich für einen zuätzlichen E-Bike-Antrieb wirklich sehr niedrig finde, im Gegensatz zu ca.10 kg bei anderen Nachrüstsätzen.

Installation:

Installation am Hardtail. Fully nicht geeignet, da sich der Abstand des Hinterrades durch die Federung verändert.

Da die fotokopierte Installations-/Bedienunganleitung nur bedingt brauchbar ist, habe ich mich lieber an das YouTube Installationsvideo gehalten. (Verlinkung)

Montage erst unten, hinter dem Tretlager. Die Montage war da zwar nicht schwer, aber beim ersten mal schon eine ziemliche Fummelei. Als der Antrieb unten montiert war, hat er zwar funktioniert, aber mir hat die Position des Motors nicht gefallen. Unten ist der Motor dem ganzen Dreck und Matsch direkt ausgeliefert. Ich hatte Angst, dass ich bei einer Fahrt in unbefestigtem Gelände mit dem Motor oder der Stellschraube, die schräg nach unten zeigt, an einer Wurzel oder großen Ast hängenbleibe. Das wäre weder für den Antrieb, noch für mich besonders gut.

Deshalb habe ich mich entschieden, den Motor oben, beim Oberrohr unterhalb vom Sattel zu montieren. Nachdem ich jetzt wusste, wie die Montage funktioniert, war der Antrieb innerhalb weniger Minuten befestigt. Der Rest war auch schnell erledigt: einen zweiten Trinkflaschenhalter montiert, Akku eingeschoben, Verkabelung (erstmal provisorisch) verlegt. Batteriekabel ziemlich lang – zweimal um Trinkflaschenhalter geschlungen. Eine vernünftige Kabelverlegung mit wiederverwendbaren Klettkabelbinder und ev. Neoprenschutzhülle wird demnächst gemacht. Die richtige Position des Handschalters zu finden, war dagegen etwas schwieriger. Darauf werde ich aber später noch eingehen.
Wichtig zu erwähnen ist noch, dass man unbedingt einen geeigneten Reifen montiert hat. Da ich das bereits bei der Bestellung wusste, hatte ich mir schon mal den empfohlenen Hurrican (Verlinkung) besorgt. Mein vorheriger ziemlich grobstolliger MTB-Reifen wäre absolut ungeeignet gewesen.

Zeit für die Erstmontage unten: mit auspacken, überlegen, Video schauen, alles verstehen: ca. 1 Stunde.

Die zweite Montage oben ging natürlich wesentlich schneller, weil ich nur noch den Motor in die richtige Position bringen und ihn festschrauben musste. Da brauchte ich ca. 5-10 Minuten.

 

QiRoll Reibrollenantrieb

Erste Testfahrt

So war das nachgerüstete E-Bike fertig für eine erste Testfahrt.

Testfahrt mit dem QiRoll
Kurze Testfahrt – erste Fahreindrücke

Sehr leise.
Schwierigkeit mit der richtigen Position beim Handschalter

Weitere Testfahrten

– kleine Tour ca. 20 km.
Fahrt im täglichen Einsatz. Man muss sich erst daran gewöhnen, aber dann macht es richtig Spaß..

2 Stufen – blau Normalmodus / rot Speedmodus. Gefühlt großer Unterschied. Zieht spürbar besser. Geht auf Kosten von Akku, Etwas lauter (stört nicht)
Was könnte man besser machen?
Auf jeden Fall den Handgriff (ev. mit Feststeller).
Wünschenswert wäre noch optional ein kurzes Batteriekabel (ca. 20cm).
Diebstahlsicherung für Akku. Beim abgestellten Rad kann jeder schnell mal den Akku aus der Halterung ziehen und mitnehmen. Deshalb habe ich mir die Ortlieb Diebstahlsicherung (Verlinkung) bestellt, die Öse mit Superkleber unten am Akku befestigt und ihn so mit dem kurzen Stahlkabel und einem kleinen Schloss an der Halterung gesichert.

Ca. 10-20% der Strecke im Einsatz. Akku Haltbarkeit.

Fazit

Was ist positiv / was negativ?

Der QiRoll Antrieb ersetzt kein vollwertiges E-Bike. Es ist eher mit folgendem vergleichbar: wenn ein Segelboot mit einem Zusatzmotor nachgerüstet wird, ist es deshalb auch noch kein Motorboot. Aber so ein Zusatzmotor beim Segelboot ist unglaublich hilfreich bei Flaute oder ungünstigem Wind und bei längeren Segelturns. Genauso ist es bei dem QiRoll: in bestimmten Situation ist es überaus angenehm, einen unterstützenden Antrieb zu haben. Und der große Vorteil ist: ich kann, aber ich muss nicht den QiRoll benutzen. Das Mehrgewicht von 1,8 kg fällt nicht weiter auf.

Im Pedelec-Forum haben etliche Leser kritisiert, dass die Reibrolle permanent anliegt und somit einen hohen Reifenverschleiß verursacht. Das kann ich weder bestätigen, noch nachvollziehen. Warum sollte eine mitlaufende Rolle den Reifen stark beanspruchen? Ich bin bis jetzt ca. 1500 km mit dem QiRoll gefahren und kann keinen frühzeitigen Verschleiß feststellen.

Kann ich den Qiroll empfehlen?

Trotz einiger Nachteile ist der QiRoll für die richtige Zielgruppe sehr empfehlenswert. Ich bin bis auf das Handling mit dem Gasgriff sehr zufrieden und würde den QiRoll sofort  wieder kaufen.

2 Kommentare

  1. Matsuo
    • Klaus

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