So denken Einbrecher – Und wie Sie diese Informationen nutzen können

Einbruchschutz am Haus

Einbruchschutz ist eine komplizierte Angelegenheit. Natürlich kann man mit dem Vorschlaghammer vorgehen, tausende Euros ausgeben und nur auf die teuerste und beste Sicherheitstechnik setzen. Aber das muss gar nicht sein, wenn man bei der Planung des Einbruchschutzes für ein Haus logisch vorgeht und eher auf Effektivität als auf die pure Masse (in diesem Fall viel Geld für teure Technik) setzt. Am besten ist es, wenn Sie versuchen, sich in einen Einbrecher hinein zu versetzen. Versuchen Sie so zu denken wie ein Einbrecher und betrachten Sie ihr Haus mit seinen Augen.

Um Ihnen dieses Vorgehen zu ermöglichen, haben wir hier ein paar Fakten zusammengetragen, die Ihnen zeigen sollen, wie Einbrecher denken – damit Sie zu möglichst effektiven Gegenmaßnahmen greifen können.

Wie suchen sich Einbrecher ihr Zielobjekt aus?

Zuerst das allerwichtigste: Einbrecher wollen natürlich nicht bei ihrer Tat erwischt werden, ist ja klar. Um das zu vermeiden, suchen Sie sich ihr Ziel-Haus sehr sorgfältig aus, beobachten es meist über mehrere Tage hinweg, bevor sie einen Einbruchsversuch starten. Das machen sie, um auf der einen Seite die Lage des Hauses und die Umgebung genau zu untersuchen. Dazu zählen die Nachbarn, wie weit die Nachbarhäuser entfernt sind, die Beleuchtung, Hunde, Mauern und Hecken, die Sichtschutz bieten können. Auf der anderen Seite versuchen Einbrecher, ihren Tages-Rhytmus kennen zulernen. Wann Sie zur Arbeit müssen und ob sie andere wiederkehrende Zeiten haben, zu denen Sie das Haus längere Zeit unbeaufsichtigt lassen müssen.

Das optimale Haus für einen Einbrecher steht am Rand eines kleinen Dorfes. Warum Dörfer? Ganz einfach. Hier stehen die Häuser weiter auseinander als in der Stadt. Außerdem gibt es hier meist Einfamilienhäuser, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass öfter mal niemand im Haus ist größer als bei einem großen Mietshaus. Auch wichtig: In vielen Dörfern wird nachts die Straßenbeleuchtung abgeschaltet – Einbrecher lieben nichts mehr als die Dunkelheit, sie ist ihr größter Schutz.

Aber auch in Städten gibt es Einbrüche, das steht fest. Hier ist es oft der Fall, dass die Menschen zwar näher zusammenleben, sich aber eher wenig kennen und wenig aufeinander Acht geben. Trotzdem ist ein Einbruch zum Beispiel in einem Mehrparteien-Mietshaus mit mehr Risiko für einen Einbrecher verbunden.

Hat ein Einbrecher ein interessantes Objekt gefunden, ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass er es genauer „abcheckt“. Das heißt, er nähert sich dem Haus, schaut, wie die Hausbeleuchtung gestaltet ist (Bewegungsmelder?), ob ein Hund im Haus lebt. Wie er das macht? Es könnte sein, dass er einfach mal bei Ihnen klingelt! Unter irgendeinem Vorwand, zum Beispiel als falscher Vertreter, könnte er so dreist sein und Ihnen einen Besuch abstatten. Gerade in der Jahreszeit in der es früh dunkel wird kann er so, ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen, eine Menge offene Fragen für sich klären.

Wenn sich ein Einbrecher ein Haus ausgesucht hat, dann überlegt er, wie er hinein kommt. Dafür bleiben eigentlich nur Fenster und Türen, die Fälle, in denen sich ein Einbrecher mit einer Spitzhacke durch die Wand Zutritt verschafft hat sind wohl eher selten… Bei einem Einbruchsversuch achtet der Einbrecher auf Kontakte an Fenstern, um zu erkennen, ob es eine Alarmanlage gibt. Sieht die Balkontür stabil aus? Hält das Haustürschloss einem Dietrich stand oder kann man sie einfach aufhebeln? Wenn er hier keine Gefahr oder eine Schwachstelle sieht, lässt er es auf einen Versuch ankommen.

Schwachstellen erkennen und beseitigen


Wenn Sie im oberen Teil des Artikel öfters gedacht haben „Mmmh, hört sich an, als sei mein Haus gefährdet“, dann sollten Sie logische Schlüsse ziehen und gezielt die Schwachstellen Ihres Hauses ausbessern. Haben Sie zu wenig Beleuchtung am Haus? Legen Sie sich ein paar Scheinwerfer mit Bewegungsmelder zu.

Wenn Sie sich keine teure Alarmanlage mit Sensoren für Fenster und Türen leisten wollen, dann legen Sie sich für die Fenster wenigstens Glasbruchmelder (ca. 10 Euro) oder einen Fensteralarm (ca. 5 Euro) zu. Diese kann man von außen sehen, was sehr abschreckend wirkt. Balkon- oder Terrassentüren sowie Fenster lassen sich leicht mit einem Fensterschloss (20-50 Euro) verstärken, das kostet den Einbrecher bei einem Versuch viel Zeit – die Chance das er den Versuch abbricht wird von Minute zu Minute größer.

Natürlich können Sie auch noch Warnaufkleber an einem Fenster oder an der Tür anbringen, wobei sich hier die Meinungen unterscheiden. Es gibt Einbrecher, die fest davon ausgehen, dass es keine Alarmanlage gibt, wenn ein solcher Aufkleber sichtbar angebracht ist. Darauf allein kann man sich also nicht verlassen. Aber in Verbindung zum Beispiel mit den sichtbaren Glasbruchmeldern oder einer Überwachungskamera-Attrappe wirken solche Warnaufkleber gleich viel besser! Beim Stichwort Attrappen fallen mir da spontan noch Bewegungsmelder-Attrappen ein, die -geschickt platziert- ebenfalls ein deutliches Zeichen für ein gut gesichertes Haus sein können.

Fazit

Sie sehen, mann muss nicht tausende Euros in die Hand nehmen um sein Haus zu sichern. Denken Sie sich in einen Einbrecher hinein und überlegen Sie sich, was es brauchen wird, um ihn von einem Einbruchsversuch in Ihr Haus abzubringen. Ziel sollte es immer sein das er denkt: „Ach, da gibt es leichtere Ziele“.

Bildquellenangabe: Thorben Wengert  / pixelio.de

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